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Kochmonster

Liebe Hausfrauen!
Das Kochmonster verbeugt sich tief vor der Leistung unserer Mütter, Großmütter und Hausfrauen, die seit Jahrhunderten am heimischen Herd wahre Großtaten zur Sättigung ihrer Familien vollbringen.

 

Wenn wir Euch trotzdem hier nicht so gern dabei haben wollen, liegt das deshalb nicht an Euch selbst.

 

Keiner von uns Kochmonstern könnte sich so ernsthaft, so ambitioniert, so kreativ, so fundiert und so niveauvoll mit der Zubereitung von Speisen beschäftigen, wenn er zugleich einen Haushalt führen, eine Familie organisieren und Tag für Tag etliche hungrige Mäuler stopfen müsste.

 

Wenn Ihr, liebe Hausfrauen, also auf der Suche seid nach einem schnellen Rezept für Käsekuchen oder Würstchenauflauf, nach Anti-Aging-Gemüsen, Zero-Carb-Frigittediäten oder einfach nur die Kalorien von "Sommerliche Blattsalate ohne Putenbruststreifen" nachzählen wollt – ihr werdet das hier nicht finden. Geht bitte zügig weiter und trefft Euch auf den Küchenchefperfektesdinnerlisabackenseiten mit Euren Freundinnen.

 

Was haben Sie gerade gesagt? Sie wollen wirklich den Unterschied lernen zwischen Deglacieren, Degraissieren und Degorgieren? Sie wollen sich allen Ernstes drei Stunden in die Küche stellen, nur um eine kleine Variation von der Wildwassergarnele als Vorspeise für Ihre Freunde auf die Teller zu malen? Sie suchen tatsächlich keinen knatschgelben Plastikkochlöffel mit Quietscheentchenkopf, sondern eine perfekt wärmeleitende Stielsauteuse?

 

Herzlich willkommen, Schwester im Geiste – bitte melden Sie sich an, beim Kochmonster, jetzt gleich, hier rechts oben!

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23.05.2013   Sie befinden sich hier: kochwissen / länderkunde / Spanien / Galicien / 

 
Galicien

foto: Yann

Genüsse am Ende der Welt

Cap Finisterre, Fisterra – das ist der äußerste nordwestliche Zipfel Spaniens, wo das Land aufhört und das Meer beginnt. An der Costa de Morte, der wilden, von Teer geplagten „Todesküste“ Galiciens, an der Hunderte von Schiffen zerschellten, herrscht der Mythos, dass die Sonne, wenn sie im Meer versinkt, bis zum nächsten Tag im Reich der Toten verweilt. Doch Galicien bedeutet nicht nur Mythen und zahlreiche Kilometer Küste. Es bedeutet auch hübsche Badebuchten, moderne Großstädte, ländlichen Tourismus, Sporthäfen und Golfhotels. Und es bedeutet Santiago de Compostela, Ziel zahlreicher Wallfahrer auf dem Jakobsweg, das über die Jahrhunderte sein vielfältiges Gesicht bewahrt hat.

 

Land der Gegensätze

Galicien ist ein Land der Gegensätze. Neben den höchsten Steilküsten des Kontinents befinden sich hier einzigartige Flussmündungen, die fruchtbaren Rías, in denen der Atlantik zur Ruhe kommt. An ihren Ufern entsteht neues Leben; hier gewinnt man dem Meer seine besten Früchte ab. Doch Galicien lebt nicht von der Küste allein, es lebt auch vom Land. Kartoffel- und Rübenacker werden ebenso kultiviert wie Austern- und Muschelzuchten –, um die man heute nicht nur wegen immer wiederkehrender Öltanker-Havarien bangt. Man beackert den Boden und das Meer, sät Kartoffeln und Almejas (Venusmuscheln), Steckrüben und Navajas (Schwertmuscheln), man hütet Hühner im Freiland und Miesmuscheln auf ihren Bänken. Ochsen (bueys) sind sowohl auf der Weide wie als Taschenkrebs im Meer (bueys del mar). Man reißt den Gliederfüßler Percebe vom Felsen und hält ihn trotz einer Ölpest für nicht verseucht. Und man schwärmt wie eh und je vom Seehecht, obwohl es fast keinen mehr gibt.

 

In Galicien, das von verheerenden Hungersnöten heimgesucht wurde, isst man ohne Eile. Dort versteht man etwas von Suppen – und von Weißwein. Galicische Suppen können dünn wie Spülwasser sein oder gehaltvoll wie für Wöchnerinnen gemacht, mit zarten Rübenblättern und Kohl. Zum Beispiel die Königin der Eintöpfe, der populäre Pote oder Caldo gallego – Traum aller Galicier in der Diaspora – mit Steckrüben, einem herben Gemüse, das ein bisschen von der Traurigkeit und Schwermut des Landes in sich birgt. Seine Ursubstanz ist das Fett – von einem Schwein, das oft genug durch Abwesenheit glänzt, auch wenn man noch so oft unter die Kartoffeln schaut. Das Galicien von heute hat das Gestern nicht vergessen. Ein durch Emigration ausgedünntes Land mit vier Provinzen – A (oder span. La) Coruña, Lugo, Ourense (oder Orense) und Pontevedra –, das versucht, alle Erwartungen zu erfüllen.

 

Die Gallegos

Seine Bewohner, die Gallegos, sind große Traditionalisten. Ein Markenzeichen der Region ist die berühmte Empanada gallega, eine mit Fleisch oder Fisch, Zwiebeln und Paprikaschoten gefüllte Pastete, die zweifellos schon die ersten Pilger auf dem Jakobsweg ernährt hat, wenn man nach Skulpturen und Abbildungen in Monumenten Santiago de Compostelas aus dem 12. Jahrhundert geht.
Kastanien und Honig waren einst ein Fall für die Klosterküchen. Dort wurden sie zu einzigartigen Süß- und Backwaren verarbeitet. Bis heute sind die alten Rezepte überliefert.

 

Natürlich ist Galicien auch ein Paradies für Liebhaber von exquisitem Fisch und Meeresfrüchten: Unter anderem Austern, Pilgermuscheln, Hummer, Langusten, Percebe (Entenmuschel) und Cigalas (Scampi) sind aufzuzählen sowie die großartigen Miesmuscheln aus Carril und vor allem der Oktopus, der auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben steht.
Auch alle Arten Obst und Gemüse werden von alters her kultiviert – darunter die kleinen, nur manchmal scharfen Paprikaschoten Pimientos de Padrón.

 

Der Käse

Berühmt sind die Kartoffeln Galiciens – ein probates Mittel gegen den Hunger –, die im regenreichen Klima ausgezeichnet gedeihen. Cachelos werden sie genannt und mit Schale gebraten oder gekocht; eines der traditionellsten und populärsten Gerichte sind „Cachelos con sardinas“, Sardinen mit Kartoffeln. Bekannteste Kartoffelsorte ist die gelbschalige, weißfleischige Kennebec, heute ein geschütztes Produkt des Landes.

 

Das Klima Galiciens schafft aber auch extrem saftige grüne Weiden für die einheimischen Rinder. Da bietet sich die Gewinnung von Käse geradezu an. Über die spanischen Grenzen hinaus bekannt ist der helle, cremige, milde, aus pasteurisierter Milch hergestellte Tetilla aus der Gegend um Lugo. Seine unverwechselbare Form gleicht einer „Teta“ – daher der Name –, einer weiblichen Brust. Der Tetilla eignet sich perfekt zum Schmelzen und Füllen und harmoniert gut mit Obst oder mit einem Stück Membrillo, dem beliebten Quittengelee. Der Arzúa-Ulloa wird aus frischer Kuhmilch gemacht; ein klassischer, traditioneller Käse aus Galicien, der sehr cremig, mild und fett ist – sodass man ihn sogar aufs Brot streichen kann. Der birnenförmige San Simón da Costa ist zwar mild, aber mit pikanten Tönen. Der Käse ist aus Frischmilch hergestellt, wenig fett, enthält wenig Salz und besitzt eine unverwechselbare Räuchernote – ein Käse mit Geschichte. Queso do Cebreiro nennt sich ein rustikaler, klassischer Käse aus Kuhmilch, manchmal stammt er auch von der Ziege.

 

Zum Käse passt dann vorzüglich das knusprige, im Holzofen gebackene galicische Brot, das dem Land immerhin eine eigene Ursprungsbezeichnung wert war, um diese Tradition zu bewahren.

 

Der Wein

Fünf geschützte Weinanbaugebiete gibt es in Galicien, wobei die Rías Baixas im Südwesten der Provinz Pontevedra am bekanntesten sind. Nicht zuletzt wegen der prestigereichen Rebsorte Albariño, denn man kultiviert auch andere autochthone Sorten wie die Treixadura, Loureira, Caiño oder Espadeiro. In der Hauptsache produziert man junge reinsortige Weißweine aus der Albariño-Traube, die mit intensiven Frucht- und Blumenaromen, einem durchschnittlichen Alkoholgehalt von 12º und ausgeglichener Säure bestechen.
Ribeiro ist übrigens keine Rebsorte, sondern ein Anbaugebiet im Westen der Provinz Ourense. Die Weine des Ribeiro sind jung und leicht, mit feiner Säure und ausgezeichneten Frucht- und blumigen Aromen, die immer wieder überraschen. Sie sind aus den traditionellen einheimischen Sorten gemacht (Torrontés, Brancellao, Sousón, Albariño) und besitzen eine ausgeprägte Persönlichkeit.
Valdeorras im Osten der Provinz Ourense bildet das Tor zu Galicien – durch das römische Legionen, französische und englische Truppen marschierten, die ebenso ihre Kultur hinterließen wie die Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Charakteristisch ist die Rebsorte Godello, die fruchtige Weißweine von feinem Aroma und guter Struktur liefert. Aber auch Tintos werden hergestellt, aus der Mencía; sie sind leicht mit elegantem Fruchtaroma und ausgeglichen.
Die D.O. Ribeiro Sacra existiert noch nicht so lange, obwohl man hier immer schon gute Tintos hergestellt hat, die auch heute noch Tradition haben. Das Anbaugebiet liegt in einer unvergleichlichen Landschaft zwischen Kirchen und Klöstern an den Ufern des Miño und Sil, wo hauptsächlich Weinbau betrieben wird. Mit den Rebsorten Godello, Mencía und Albariño macht man aromatische Weine von ausgezeichneter Qualität.

 

Im Südosten der Provinz Ourense, an der Grenze zu Portugal, liegt die D.O. Monterrei, wo unter anderem die Rebsorten Verdello, Tinta Fina, Mencía, Monstruosa und Bastardo kultiviert werden. Die Weißweine des Monterrei-Tals sind leicht und aromatisch, die Rotweine ebenfalls leicht mit angenehmem Fruchtaroma.

                                                                       Claudia Mussotter

Rezept-Tipp: Pulpo auf galicische Art


  plat du jour
koch der woche

Joan Roca

Der frisch gebackene "Beste Koch der Welt", der in der aktuellen globalen Rangliste des britischen "Restaurant"-Magazins sogar den hochgelobten Kopenhagener René Redzepi überrundete, kocht seit Jahrzehnten im eigenen Restaurant "Celler de can Roca" im nordspanischen Girona gemeinsam mit seinen Brüdern auf Dreisterne-Niveau. In seinen Gerichten vereint er die kulinarische Tradition Kataloniens mit der Feinsinnigkeit globalisierter Highend-Kochkunst.

 

Kochmonster präsentiert in den kommenden Tagen mehrere komplexe Rezepte, die Joan Roca anlässlich seiner Woche als Gastkoch in Roland Trettls Restaurat "Hangar 7" im Salzburger Flughafen gekoch hat . Zu den Rezepten...



das jüngste gericht

Pfingst-Ochse

Andreas Schinharl, Küchenchef im Münchner Feinkost-Tempel "Käfer", verrät seinen Trick, wie Ochsenkoteletts garantiert butterzart werden: er legt sie vier Tage in sardisches Olivenöl, Knoblauch und Kräutern ein.   Zum Rezept...



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Vakuumiergerät und Sous-Vide  

 

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

 


 



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